Monatsarchive: Dezember 2014

Zupfgeigenhansel: Der Deserteur

Quelle: YouTube-Video von • hochgeladen am 23.12.2008

Deutsche Version des berühmten Antikriegslieds von Boris Vian, entstanden zur Zeit des Algerienkonflikts in den 50er Jahren. Übersetzt und vertont von der deutschen Gruppe „Zupfgeigenhansel“ in den 70er Jahren.

Ihr sogenannten Herrn, ich schreibe euch ein Schreiben
lest oder lasst es bleiben und habt mich alle gern.
Ich kriege da, gebt acht, die Militärpapiere
dass ich in’n Krieg marschiere und zwar vor Mittwochnacht.

Ich sag euch ohne Trug: ich finde euch so öde
der Krieg ist völlig blöde, die Welt hat jetzt genug.
Ihr sogenannten Herrn, ich sage euch ganz offen
die Wahl ist schon getroffen: ich werde desertier’n!

Seit ich auf Erden bin, sah ich viel Väter sterben
sah Brüder viel verderben, sah weinen manch ein Kind
sah Mütter voller Gram, sie konnten nicht vergessen
sah and’re vollgefressen, wohlauf trotz Blut und Schlamm.

Sah der Gefang’nen Leid, um’s Leben nur belogen
um ihre Frau’n betrogen und ihre gute Zeit.
Früh wenn die Hähne krähn, dann schließ ich meine Türen
will tote Jahre spüren und auf die Straße gehen.

Dann geht es drauf und dran auf Welle, Wind und Wegen
der neuen Welt entgegen, ich rufe jedermann:
Lebt euer Leben aus, ringt Furcht und Elend nieder
schießt nicht auf eure Brüder in dieser Erde Haus.

Ihr sogenannten Herrn, müsst ihr denn Blut vergießen
so lasst das eure fließen, ihr predigt das so gern.
Sagt eurer Polizei, sie würde mich schon schaffen
denn ich bin ohne Waffen, zu schießen steht ihr frei.

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Kann Öko die Welt ernähren?

Quelle: Matthias Gräbner • Telepolis • 10.12.2014

Die industrielle Landwirtschaft zerstört über kurz oder lang ihre eigenen Grundlagen. Ist der Ökoanbau eine globale Alternative?

Die moderne Landwirtschaft verändert das Antlitz der Erde in einer Art und Weise, wie sie unseren Kindern und Enkeln eigentlich nicht zuzumuten ist. Monokulturen mindern die Biodiversität, ganze Ökosysteme werden zerstört. Die Qualität des Bodens sinkt, großflächige Erosion ist die Folge, wenn landwirtschaftliche Flächen frühere Wälder ersetzen. Die Fleischproduktion trägt erheblich zum Klimawandel bei.

Und Besserung ist nicht abzusehen, im Gegenteil: Wenn die Bewohner von Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien ihr Recht wahrnehmen, sich ähnlich wie der Westen zu ernähren, wird das die Probleme drastisch verschärfen. Die industrielle Landwirtschaft zerstört damit über kurz oder lang ihre eigenen Grundlagen. … ► weiterlesen

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Fremdenfeindlichkeit: Entsetzen in Görlitz über Unternehmer Stöcker

Quelle: Bernhard Honnigfort • Frankfurter Rundschau • 21.12.2014

Der Unternehmer Stöcker schockiert Görlitz mit seinen Ansichten über Ausländer. Als Eigentümer eines leerstehenden Jugendstilkaufhauses hatte er dort eine Willkommensveranstaltung für Flüchtlinge abgelehnt und war mit rassistischen Äußerungen aufgefallen.

[…] Vergangene Woche bat ein „Willkommensbündnis“ aus Görlitzer Bürgern den reichen Herrn aus Lübeck, im leer stehenden Kaufhaus zu Weihnachten ein Benefizkonzert für in Görlitz aufgenommene Flüchtlinge abhalten zu dürfen. Auch Mitarbeiter Stöckers in Lübeck fanden die Idee gut. Doch Stöcker sagte rüde ab: „Hätte ich eine Willkommensveranstaltung in unserem Kaufhaus zugelassen, hätte man von mir gedacht, ich hieße die heutige Ausländerpolitik für gut, aber das Gegenteil ist der Fall.“ So zitiert ihn die „Sächsische Zeitung“ in Görlitz, die dann noch anfügte, von all seinen Äußerungen dazu sei das „noch eine der harmlosesten gewesen“.

Schlimmer als auf Pegida-Märschen

Was der Mann im Interview mit dem Lokalblatt von sich gab, klingt sogar deutlich verächtlicher als das, was derzeit auf Dresdner Pegida-Veranstaltungen geschimpft wird: „Vor zwanzig Jahren haben sich in Ruanda die Neger millionenfach abgeschlachtet. Hätten wir die alle bei uns aufnehmen sollen?“ Oder: „Ich würde alle Afrikaner zurückschicken, die ungebeten übers Mittelmeer zu uns kommen.“

Nächstenliebe und Weihnachten, Herr Stöcker? „Firlefanz“ und „Märchen“. Stöckers Unternehmen, die Euroimmun AG, beschäftigt 1500 Menschen aus 50 Ländern. Seine ausländischen Mitarbeiter aber würde er am liebsten im Rentenalter zurück in ihre Heimatländer schicken, zitiert das Blatt Stöcker. Wörtlich über ausländische Arbeitnehmer: „Sie haben nach meiner Auffassung kein Recht, sich in Deutschland festzusetzen und darauf hinzuarbeiten, uns zu verdrängen, darauf läuft es hinaus, wenn nicht gegengesteuert wird!“

Blankes Entsetzen in Görlitz. So einer fehlte gerade noch in der Stadt an der polnischen Grenze. Der parteilose Oberbürgermeister Siegfried Deinege konnte gar nicht glauben, dass in heutiger Zeit noch ein solches Vokabular benutzt werde. „Ich distanziere mich deutlich von den Aussagen des Herrn Stöcker.“ … ► weiterlesen

Quelle: YouTube-Video von Max Pohl • 24.12.2014

Siehe auch:

Linken-Kreisrat stellt Strafanzeige gegen Stöcker

Quelle: Lübecker Nachrichtewn online • 22.12.2014

Die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein hat mit „Entsetzen und Bedauern“ auf die ausländerfeindlichen Äußerungen des Lübecker Unternehmers Winfried Stöcker (67) reagiert. Die Aussagen seien rassistisch und menschenverachtend, sagte der Landesvorsitzende Cebel Küçükkaraca am Montag in Kiel. Sie gingen weit über eine Meinungsäußerung hinaus. Stöcker nutze seine Position als Unternehmer und Wissenschaftler aus, um Angst in der Bevölkerung schüren. Unterdessen hat der sächsische Linken-Kreisrat Sven Scheidemantel wegen Diskriminierung von Minderheiten und möglicher Volksverhetzung Strafanzeige gegen Stöcker erstattet.… ► weiterlesen

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Wer für den Frieden ist, ist gegen Gewalt

Quelle: Stefan Mey • Telepolis • 17.12.2014

Eugen Drewermann über die Ukraine-Krise, Pazifismus und die Diskussion um den „Friedenswinter“.

Soll man hingehen oder nicht? Der Aufruf zu den bundesweiten „Friedenswinter-Demos“, ein Zusammenschluss der klassischen linken Friedensbewegung und der Montagsmahnwachen, hatte viele ratlos gemacht.

Die einen warnten vor einer rechten Unterwanderung einer linken Bewegung. Sie vermissten eine wirkliche Abgrenzung nach rechts und sahen sich im Anschluss auch bestätigt. Die anderen sagten: Wir alle wollen Frieden und fanden den auch auf der Demo bestätigt. Auch Telepolis-Autoren kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Der katholische Kirchenrebell und Pazifist Eugen Drewermann hatte sich von den Diskussionen im Vorfeld nicht beirren lassen. Er war einer der Hauptredner auf der Berliner Ausgabe der Friedenswinter-Demo am Wochenende. Wortgewaltig hat er eine friedliche Lösung der Ukraine-Krise angemahnt, die Nato als Kriegsarmee kritisiert und vor der Kulisse des Bundespräsidialamts den Theologen Gauck als Kriegstreiber gegeißelt. … ► weiterlesen

Quelle: YouTube-Video von MonarchMox • hochgeladen am 14.12.2014

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