Nur der Schöpfer hat die Macht

Quelle: Thomas Mayer • Der Freitag • 27.10.2014

Neustart – Ein krisenfestes Finanzsystem, Umverteilung nach unten, weniger Wachstumsdruck: Das alles gibt es, wenn wir uns für die Einführung von Vollgeld entscheiden

Staatsschuldenkrise

Staatsschuldenkrise | Quelle: Wikipedia: Eurokriseown workCC BY-SA 3.0

Stellen Sie sich einmal vor, Sie schenken einer Bank Ihr Geld, damit die Bank es Ihnen dann ausleiht und Sie dafür Zinsen bezahlen. Eine absurde Konstellation. Doch genauso funktioniert unser derzeitiges Geldsystem. Wir Bürgerinnen und Bürger haben den Banken, ohne es zu bemerken, die Herstellung von elektronischem Geld überlassen und zahlen ihnen Zinsen, damit das benötigte Geld über Kredite in Umlauf kommt. Anstatt selbst das notwendige Geld zu erzeugen und auszugeben, müssen sich unsere Staaten bei den Banken verschulden.

Der Ökonom Richard Werner, der an der Universität von Southampton Internationales Bankgeschäft lehrt, hat 2012 in Frankfurt eine Umfrage mit 1.000 Bürgern durchführen lassen. Es wurde die Frage gestellt: „Wer erzeugt und verteilt das Geld?” 84 Prozent der Befragten dachten, dass entweder die Zentralbank oder die Regierung das Geld in Umlauf bringe und darüber entscheide, wer es bekommt. Auf die Frage „Würden Sie einem System zustimmen, in dem die Mehrheit der Geldmenge durch meist private, auch profitorientierte Unternehmen produziert und verteilt wird und nicht durch staatliche Organe?“ antworteten 90 Prozent mit: „Nein, das wollen wir nicht.“ – Leider funktioniert unser heutiges Geldsystem aber genau so. … ► weiterlesen

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Der neoliberale Charakter

Quelle: Paul Verhaeghe • Der Freitag • 24.10.2014

Identität – Wir leben in einer Wirtschaft, die das Ethos verändert und psychopathische Persönlichkeitsmerkmale belohnt

[…] Die neoliberale Leistungsgesellschaft suggeriert uns, Erfolg hänge von individueller Anstrengung und Talent ab, die Verantwortung liege also vollständig beim Einzelnen. Der Staat müsse den Menschen folglich so viel Freiraum wie möglich lassen, damit sie beim Erreichen dieses Ziels nicht behindert werden. Wer an die Mär von den unbegrenzten Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten glaubt, dem sind Selbstverwaltung und Selbstmanagement die vorrangigen politischen Botschaften, insbesondere wenn er sich durch sie einen Zugewinn an persönlicher Freiheit verspricht. Neben der Vorstellung vom perfektionierbaren Menschen gehört die vom Westen verfochtene Ideologie der grenzenlosen individuellen Freiheit zu den größten Unwahrheiten unserer Zeit.

Der Soziologie Zygmunt Bauman hat das Paradox unserer Zeit gut auf den Punkt gebracht: „Noch nie waren wir so frei. Noch nie haben wir uns so machtlos gefühlt.“ Die Bewohner des reichen Nordens sind in der Tat freier als früher. Wir können die Religionen kritisieren, uns sexuell ausleben und jede politische Bewegung unterstützen. Wir können all das tun, weil es nichts mehr bedeutet und sich hinter dieser Art von Freiheit in Wahrheit Gleichgültigkeit verbirgt. Gleichzeitig ist unser tägliches Leben zu einem permanenten Kampf gegen eine Bürokratie geworden, in deren Angesicht Kafka die Knie zittern würden. Es gibt Vorschriften für alles, vom Salzgehalt des Brotes bis hin zur Geflügelhaltung in der Stadt.

[…] Unsere mutmaßliche Freiheit ist an eine zentrale Bedingung geknüpft: Wir müssen etwas aus uns „machen“. Wem es trotz guter Ausbildung wichtiger ist, sich um seine Kinder zu kümmern, als Karriere zu machen, der muss mit Kritik rechnen. Wer einen guten Job hat und eine Beförderung ablehnt, weil er lieber mehr Zeit mit anderen Dingen zubringen will, wird angesehen, als habe er den Verstand verloren – es sei denn, diese anderen Dinge dienen dem beruflichen Weiterkommen.

Permanent wird über den Verlust von Normen und Werten lamentiert. Doch unsere Normen und Werte machen einen bedeutenden Teil unserer Identität aus. Sie können also nicht verloren gehen, sie können sich lediglich ändern. Und genau das ist passiert: Eine veränderte Wirtschaftsweise spiegelt sich in veränderten ethischen Vorstellungen wider und führt zu veränderten Identitäten. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem bringt das Schlechteste in uns zum Vorschein.
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Nur im Verstehen liegt noch Hoffnung

Quelle: Peter Unfried • TAZ • 18.10.2014

Karen Duve warf ihren neuen Roman ins Eck und schrieb ein Sachbuch über das bevorstehende Ende der Menschheit. Was ist los mit der Autorin?


Karen Duve in der Talkshow „drei nach 9“. Die Sache wird schiefgehen, sagt die gefeierte Autorin in ihrem fulminanten Essay, und mit „Sache“ meint sie nicht weniger als den Fortbestand der Zivilisation. Der globale Kollaps wird kommen, prophezeit Duve, weil seit Urzeiten diejenigen an den Hebeln der Macht sitzen, die am allerwenigsten dazu geeignet sind. Höchste Zeit also, die Anderen, die Richtigen ans Ruder zu lassen und das sind laut Karen Duve: die Frauen.

Quelle: YouTube-Video von 3nach9 • 17.10.2014

Die Schriftstellerin Karen Duve war beim Schreiben eines neuen Romans, aber irgendwann ging es nicht mehr. Sie hörte mittendrin auf und schrieb ein Sachbuch über das bevorstehende Ende der Menschheit. Für sie ein „erfrischender Gedanke“, wie sie auf der letzten Seite schreibt. „Es kann doch eigentlich nur besser werden.“

[…] Also: Selbstverständlich sind auch die Politik, der Kapitalismus und der Mensch als Gattung schuld. Vor allem aber ist es eine kleine Kaste ehrgeiziger, machtbesessener und risikobereiter Männer – teilweise echte Psychopathen –, die seit Urzeiten die Weltläufe und die Ideologien bestimmt und die langfristigen Interessen der Menschheit für den kurzfristigen Vorteil ihres Unternehmens aufs Spiel setzt, und zwar in jeder Staatsform, wie man am realen Kapitalismus sehen kann und am realen Sozialismus sehen konnte. … ► weiterlesen

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Erhellende Dokumentationen über Gentechnik- und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft

Monsanto, mit Gift und Genen

Quelle: YouTube-Video von amazingnews3000 • hochgeladen am 08.05.2013

„Monsanto, mit Gift und Genen“ ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008 von Marie-Monique Robin. Der Film beleuchtet die Produkte und Geschäftspraktiken des Monsanto-Konzerns. … ► weiterlesen

Quelle: Wikipedia: Monsanto, mit Gift und Genen CC BY-SA 3.0 • Autorenliste

Boris Schlepper • Frankfurter Rundschau:

Marie-Monique Robin zeichnet den Aufstieg des weltweit führenden Gentechnik-Konzerns nach und deckt dessen Machenschaften auf. Drei Jahre lang hat die preisgekrönte französische Regisseurin dafür recherchiert. [..] Dezidiert werden die zahlreichen gerichtlichen Verfahren des Multikonzerns untersucht, in denen es um gesundheitliche Schadensersatzklagen sowie um die Durchsetzung von Patentansprüchen auf dem Gebiet der Biotechnologie geht. Mit Hilfe von unabhängigen Wissenschaftlern und zum Teil unveröffentlichten Dokumenten veranschaulicht Robin, mit welchen Methoden Monsanto seine Interessen durchsetzt.“

Unser täglich Gift

Quelle: YouTube-Video von DieAndereWahrheit • hochgeladen am 21.11.2013

Der Dokumentarfilm „Unser täglich Gift“ über Pestizide in Lebensmitteln erklärt, wie krank uns unsere Nahrung macht. Die Autorin Marie-Monique Robin untersucht das Thema vom Acker des Bauern bis zum Teller des Verbrauchers. Sie hat sich drei Jahre nach ihrem Film über Monsanto mit chemischen Zusatzstoffen in unserer Nahrung auseinandergesetzt – also mit Pestiziden, Weichmachern, Farbstoffen, Geschmacksverstärkern. Dazu hat sie zwei Jahre lang in Europa, Nordamerika und Asien recherchiert. Ihr Film ist trotz des komplexen Themas sehr anschaulich: Fachbegriffe, Definitionen, Formeln und Zahlen weiß die Autorin zu erklären, und sie mischt die Daten mit Zeichnungen und historischem Filmmaterial. Sie demonstriert sozusagen Verständlichkeit als Mittel der Glaubwürdigkeit – umso dubioser wirkt da das Schweigen mancher Hersteller. … ► weiterlesen

Quelle: Süddeutsche Zeitung: Die Angst isst mit • Anne Alichmann •  15.03.2011

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Die Mobilität der Zukunft

Quelle: Raúl Rojas • Telepolis • 19.10.2014

Eine Ökonomie des Teilens?

Langsam durchdringt die „sharing economy“ auch die Welt des Automobils. Mehr und mehr Unternehmen führen verschiedene Arten von Mitfahrgelegenheiten ein, die zwischen Privatpersonen vermitteln oder Kunden an Taxifahrer weiterleiten. Eine neue Studie zeigt, dass in New York ein Großteil der Taxis überflüssig wäre, wenn sich die Kunden die Taxis mit zusätzlichen Passagieren teilen würden. … ► weiterlesen

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