Alles hat seine Zeit: Chronobiologie und Cortisontherapie

Quelle: Volker Nehls • St. Elisabeth-Hospital, Meerbusch-Lank • 18.11.2012

„Die 24-stündige Periode, welche durch die regelmässige Umdrehung unseres Erdkörpers auch allen seinen Bewohnern mitgetheilt wird, zeichnet sich besonders in der physischen Ökonomie des Menschen aus. In allen Krankheiten äußert sich diese regelmässige Periode, und alle so wunderbar pünktlichen Termine in unserer physischen Geschichte werden im Grunde durch diese einzelne 24stündige Periode bestimmt. Sie ist gleichsam die Einheit der Natur-Chronologie“ (Hufeland, 1797).

Der Arzt und Naturforscher Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) war seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus. Die Erkenntnis, dass der Tag-Nacht-Zyklus unser Leben nachhaltig beeinflusst, ist allerdings noch deutlich älter und wurde bereits von Ärzten der Antike gelehrt (für eine umfassende historische Übersicht der Chronobiologie s. Lemmer, 2009).

Während frühere Generationen davon ausgehen mussten, dass sich Organismen lediglich passiv den der Erdrotation geschuldeten Lichtzyklen anpassen, wissen wir heute, dass Tag und Nacht fest in unser Erbgut einprogrammiert sind. Wir alle tragen ein Chronometer in uns. Bereits Einzeller und Pflanzen sind auf den 24-Stunden-Tag geeicht, und diese Uhr läuft auch bei kompletter Dunkelheit weiter, wenngleich mit geringen Phasenverschiebungen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele molekulare Details der inneren Uhr entschlüsselt und längst sind wir bei der praktischen Nutzanwendung, der Chronomedizin und Chronopharmakologie angekommen. … ► weiterlesen

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